Ich war 19, irgendwo auf den Philippinen, gerade mit der Schule fertig und es war mein erster missionarischer Kurzzeiteinsatz. „Gott, soll ich hier für immer hin?“

Die nächsten Jahre fuhr ich mit Einsatzteams nach Thailand, China, in die Mongolei, nach Rumänien, Indien,  Berlin und Amsterdam. Und immer die selbe Frage: „Ist das hier für langfristig mein Platz? Jesus, für dich würde ich es tun. Meine Freunde, Familie und mein zu Hause verlassen. Eine neue Sprache lernen (Auweia!), mich an Klima und Kultur gewöhnen…!“ Gottes Reden war aber immer ein ruhiges und souveränes „Nein“.

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Wo kann ich helfen?

Über 20 Jahre war ich nun schon Teil der FCJG-Gemeinschaft in Lüdenscheid und hatte immer einfach da mitgeholfen, wo gerade Not war - unabhängig davon, was mir am Besten gefiel und ob ich es gut konnte. Gleichzeitig hatte ich Teilzeit in meinem Beruf als Krankenschwester gearbeitet und in verschiedenen WGs mit anderen mein Leben geteilt.

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Gott, wir müssen reden!

Eines Tages saß ich auf meinem Sessel und sprach mit Gott - und ich meinte es sehr erst: „Wir müssen reden! Ich glaube an dich, den übernatürlichen Gott. Und in meinem Leben findet sich nichts Übernatürliches. Da stimmt was nicht! Es muss sich was ändern. Ich weiß nicht, wie es geht. Jetzt musst du bitte was tun.“ Und dann passierte erstmal - nichts.

Wenige Monate später aber kamen die ersten Glaubensschritte. Geld in Mission investieren, das ich gar nicht habe und Gott vertrauen, dass er es schon rechtzeitig geben wird? Ich hab’s getan. Und Gott hat das Geld gegeben. Keine Frage.

Ich fing an immer mehr Menschen auf der Arbeit von Jesus zu erzählen und für sie zu beten. Gleichzeitig hatte ich eine Unzufriedenheit, dass es ein noch intensiveres Leben mit Gott für mich geben muss. Die Geschichten der Bibel und Biografien von gläubigen Christen waren Beweis genug. Und wieder betete ich ein sehr ernstes Gebet: „Gott, ich will enger mit dir gehen. Bitte ändere was in meinem Leben. Ich bin offen für ALLES. Auch für das, was außerhalb meiner Vorstellung ist.“

Aus 'heiterem Himmel'

Mittlerweile war ich 47, hatte 25 Jahre als Krankenschwester gearbeitet und war in Lüdenscheid in vielen Beziehungen verwurzelt. Und plötzlich kam aus „heiterem Himmel“ (das meine ich jetzt wörtlich) die Anfrage, als Mitarbeiterin in unseren Dienst von HELP International Wien zu gehen. Nein, ich könne dort nicht stundenweise in meinem Beruf arbeiten, um meinen Unterhalt zu verdienen. Ich würde ganz gebraucht werden. Und um die Finanzen brauche ich mir keine Sorgen zu machen, Gott würde sich kümmern.
Gottes „Ja!“ für Wien kam dann eindeutig, unkompliziert und schnell. Ein paar Tage später kündigte ich meinen Job und vier Monate später zog ich nach Wien.

Es lohnt sich

Jetzt, nochmal sechs Jahre später, leite ich unseren Dienst von HELP-FCJG Wien. Und erlebe, dass Gott wirklich ein übernatürlicher Gott ist, dem alles möglich ist. Es lohnt sich, ihn zu fragen, zu warten und, wenn er spricht, ihm ohne Zögern zu folgen. Es gibt kein besseres Leben, als in seinen Vorstellungen für uns zu sein.

Veronika von Bernuth

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