Drogenabhängig. Alkoholabhängig. Hasserfüllt. Hoffnungslos. Tieftraurig. Erledigt ... schon sehr früh begann ich meine Karriere. Meine ersten drei Lebensjahre waren meine große Schwester und ich mit meiner Mutter unterwegs. Ich fühlte mich immer von Herzen geliebt. Aber Mama war manisch-depressiv, hatte Alkohol- und Drogenprobleme und immer mit brutalen und sadistischen Männern zu tun. Meine Schwester lernte erst mit ca.10 Jahren sprechen. Und so kam es manchmal vor, wenn Mama gerade in einer Depression war, dass wochenlang niemand auch nur ein einziges Wort mit mir sprach ...

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Missbrauch - Gewalt - die Hölle auf Erden

Ich erinnere mich an Vieles. Alle Geschichten hat mir meine Mutter in den letzten Jahren selbst erzählt oder bestätigt. Zum Beispiel wie ein paar Männer Bierflaschen auf meine Mama schossen, um sie anschließend mit einem Messer am Hals und unter ständigem Drohen und Anschreien durch die Scherben kriechen zu lassen. Es hat auch mal jemand versucht, mich und meine Schwester zu ersticken, hat aber Gott sei Dank nicht geklappt - wir haben überlebt.
Einer ihrer Freunde hat mich immer am Hals zum Fenster raus gehalten, wenn ihm was nicht gepasst hat und gedroht, mich fallen zu lassen, wenn sie nicht tue was er sagt. Meine Mutter schrie um Hilfe, doch als die Nachbarn mich sahen, wie ich draußen hing, applaudierten sie nur begeistert. Unfassbar. Mama resignierte. Sie konnte sich nicht wehren. Aber trotz alledem fühlte ich mich immer von ganzem Herzen von ihr geliebt. Was für eine Powerfrau.

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Meine neue Familie und ich

Wir wurden oft von der Polizei aufgegriffen oder haben dort übernachtet. Schließlich holten sie mich irgendwann ohne Vorwarnung mitten in der Nacht aus der Zelle. Mama schlief. Als sie wach wurde, war ihr geliebter Junge weg. Neun Monate totale Kontaktsperre. Ich danke Gott so sehr, dass er meiner Mutter genug Kraft gegeben hat, um all das durchzustehen.
Ich kam innerhalb von wenigen Monaten in mehrere Familien. Bei einer wurde ich von zwei der leiblichen Kinder misshandelt. Aber Gott wusste schon ganz genau, wo ich wirklich hin sollte, und so kamen meine Schwester und ich schließlich in zwei verschiedene christliche Pflegefamilien. Wir hatten das große Glück, dass ihre und meine Eltern in dieselbe Gemeinde gingen. Mein Pflegevater war dort Pastor und wir hatten eine Wohnung im Gemeindehaus. Meine Pflegemutter kündigte ihre Stelle als Lehrerin am Gymnasium und kümmerte sich liebevoll um mich.

Ich war ein absolutes Einzelgängerkind, hatte bis zu meinem 15. Lebensjahr nur einen Freund, Jakob, den leiblichen Sohn der Pflegeeltern meiner Schwester. Mit dem Adoptivsohn meiner Pflegeeltern (meinem kleinen Bruder) stritt ich immer massiv und war oft sehr böse zu ihm. Aber als ich 16 war, versöhnten wir uns und wurden die allerbesten Freunde, und vor allem Brüder.

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Die Schraube nach unten

Ich war als Kind auf eine gewisse Art und Weise ein Psychopath. In meinem Kopf waren nur absurde, kranke und schon gar nicht altersgemäße Gedanken. Schon in der ersten Klasse faselte ich oft nur wirres Zeug, war lange nicht ansprechbar oder kroch unter die Tische und begrapschte die Mädchen. Ständig dachte ich an Sex oder daran, wie ich die nächste Schlägerei anfangen konnte. Oder ich war einfach nur tieftraurig. Nachts konnte ich nur schwer einschlafen und träumte jahrelang jede Nacht, dass ich in den Keller gehe, eine Tür öffne und jemand meiner Mama in den Kopf schießt.
Mit sechs begann ich Sachen anzuzünden oder ging zur Autobahn und zerschmiss Glasflaschen vor fahrenden Autos. Mit 11 zog ich für ein paar Monate Gasdosen, hatte meinen ersten Alkoholrausch und begann zu rauchen. Mit 14 den ersten Joint, mit 15 jeden Tag bekifft, mit 16 Bong geraucht und jeden Tag Alkohol getrunken. Um alles zu finanzieren, verkaufte ich 13 Jahre lang Drogen und konsumierte alles Chemische, was der Markt hergab. Mit 19 begann ich Morphium zu nehmen und kurz darauf alle möglichen schweren Tabletten. Ich hatte ein Level erreicht, wo ich einfach alles nahm, was ich in die Finger bekam. Jahrelang war ich nicht mal sozialversichert, hatte keine eigene Wohnung. Ich hatte viele verschiedene Schlüssel von anderen Wohnungen und blieb mal da, mal dort.

Meine Einstellung mit 21 war: »Ich bringe mich zwar nicht um, aber mache mich so dicht und Party, dass ich keine 30 werde.« Mit 23 spuckte ich Blut, wurde ins Krankenhaus gebracht und man diagnostizierte COPD – eine schwere Lungenkrankheit. Ich bekam sehr schwer Luft, vor allem im Sommer. Mit 28 versuchte ich dann endlich den ersten Entzug.

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Neue Chance

Mein Pflegevater riet mir gleich zu HELP-FCJG Wien zu gehen, aber ich wollte es erstmal staatlich versuchen. Außerdem wollte ich nur mit dem Alkohol aufhören; das Kiffen und andere Drogen wollte ich mir bewahren. Therapie abgebrochen. Ein halbes Jahr später habe ich mich dann endlich bei HELP-FCJG Wien beworben und wir vereinbarten, dass ich direkt nach dem klinischen Entzug kommen kann.

Die ersten Wochen waren sehr schwierig für mich und vor allem war ich sehr schwierig. Wir hatten nach ca. einem Monat ein Gespräch, wo ich gefragt wurde, ob das alles Sinn macht bzw. das Richtige für mich ist. Fast eine ganze Stunde sagte ich kaum ein Wort und dachte ständig daran, wie toll es doch wäre, jetzt zurück in meine Stadt zu fahren, mir alle möglichen Drogen zu holen und richtig einen drauf zu machen. Gott schenkte Franz und Paul Geduld, und nach einer Stunde kam ich endlich aus mir raus und konnte reden. Wir entschieden, dass ich bleiben konnte.

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Durchbrüche

Ich wurde so herzlich in die Gemeinschaft aufgenommen, als wäre ich ein Familienmitglied, das sehr lange weg war und jetzt endlich wieder heimkehrt. Vielen Dank dafür.
Und was dann passierte, hätte ich mir nie zu träumen gewagt:
Bei einer Lehre habe ich das Sprachenbeten empfangen. Mann, haben die mich vielleicht genervt. »Hör nicht auf.« - »Rede lauter.« Aber das war der essentielle Grundstein. So erlebte ich es hier bei vielen Dingen. Erst haben sie mich genervt oder ich konnte gar nichts damit anfangen, doch auf einmal begriff ich den geistlichen Wert der Dinge und konnte gar nicht mehr genug davon bekommen. Das hat mein Leben grundlegend zum Guten gewandelt. Danke an euch alle. Ich habe jeden einzelnen von euch ganz fest in mein Herz geschlossen.

Come to the Light

Ich war im Mai in Lüdenscheid bei Come to the Light und Achim und ich lebten vier Tage im Haus Wiedenhof (Drogenreha der FCJG Lüdenscheid). Dort war eine ganze Schar von Leuten, die etwa in meinem Alter und völlig verliebt in Jesus waren. Das hat sehr stark auf mich gewirkt. Wir machten einen Stadteinsatz. So frei, wie die anderen Leute von der Wiedenhof-Reha mit Jesus unterwegs waren, war es gar nicht anders möglich, als dass das Eis nun endgültig für mich brach: Am nächsten Tag machte ich einen Workshop mit - Anbetung mit dem Wort -, wo ich mich zum ersten Mal vor vielen mir fremden Menschen niederkniete und Gott anbetete. Das kostete mich viel Überwindung. Aber schon in dem Moment, als ich anfing, spürte ich, wie sich etwas in mir veränderte: Es packte meinen mir im Weg stehenden Stolz für etwas wirklich Sinnvolles beiseite.
Am Abend war ich für die Begrüßung der Besucher zuständig. Ein Mann fragte mich, ob ich auch für Heilung bete und ich betete sofort mitten im Eingangsbereich für ihn. Das wäre 12 Stunden vorher noch undenkbar gewesen. So groß ist der Herr. Später sah ich einen Jungen. Ich wusste sofort: Für denn soll ich beten. Ich betete für ihn und beantwortete ihm einige Fragen. Dann musste ich zurück zu meinem Posten. Am Ende des Abends kam eine Frau, die zu Beginn des Abends auf einer Geige spielte, zu mir und sagte, dass der Junge, für den ich zuvor gebetet hatte, gerade sein Leben Jesus gegeben habe. Ich konnte es gar nicht fassen, war so von Freude erfüllt. Jesus begann mich wirklich frei zu machen. Grüße an den Wiedenhof, ihr seid mir ein großes Vorbild - genauso wie die Menschen hier in Wien. Danke, dass ich von euch allen lernen darf.

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Taufe und Lebensbeichte - alles wird neu

Dann war bei uns in Wien das Seminar Open Heaven. Es löste bei mir das tiefe Bedürfnis aus, mich endlich taufen zu lassen. Am Montag nach dem Wochenende hatte ich einen wunderschönen, zweiteiligen Traum, in dem ich bei einer Veranstaltung zweimal Leute dazu aufgerufen habe, ihr Leben jetzt Jesus zu geben, was sie dann auch taten.

Ich mache seit 19 Jahren Rapmusik, habe seit meinem 15. Lebensjahr Lieder aufgenommen und so haben sich ca. 200 Stücke angesammelt. Ich hatte das Bedürfnis, wieder mal meine Musik zu hören. Aber ich fand alles so leer und bösartig, teilweise gar dämonisch, krank und pervers. Ich entschied mich, alles loszulassen, redete am nächsten Tag mit Veronika, dass ich das am Freitag bei der Taufe verbrennen möchte. Sie riet mir dazu, es sofort wegzuschmeißen. Ich rang mit mir: Soll ich wirklich sofort so sang- und klanglos mein Lebenswerk vernichten? Nach einer Stunde gingen wir gemeinsam los und ich schmiss alle CDs, die ich je gemacht hatte, in die Mülltonne. Dann begann ich alles aus dem Intrenet Runtergeladene zu löschen - alles, was ich konnte. Danach legte ich bei Franz eine Lebensbeichte ab. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich es schaffe, auch meine dunkelsten Geheimnisse einem Menschen zu offenbaren. Aber Gott gab mir einen richtigen Schub und befreite mich völlig von meiner Schuld.

Paul 06

Am nächsten Tag ließ ich mich taufen. Mein Pflegevater taufte mich und meine Freunde von HELP-FCJG Wien feierten mit mir. Meine Pflegeeltern kamen mit meiner leiblichen Mutter. Vereint. In Liebe. Mit einem gemeinsamen Sohn. Was für eine Ehre. Wie sehr bin ich von Gott gesegnet. Unglaublich. Und jetzt befreit er mich jeden Tag weiter. Gott ist unendlich gut zu mir.

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Es ist nie zu spät

Es ist für niemanden zu spät. Egal, wie kaputt dein Leben auch sein mag, wie sehr du an dir zweifelst. Egal, wie unverzeihlich dir deine Sünden auch vorkommen mögen, für Gott ist nichts unmöglich. Ich bin jetzt seit März 2015 vollkommen clean, trinke keinen Alkohol mehr und rauche keine Zigaretten mehr. Es ist wunderschön. Ich bin so dankbar und möchte dich gerne einladen, diese göttliche Befreiung auch zu erleben. Es gibt keine unlösbaren Probleme. Es gibt keine ausweglosen Situationen. Für Jesus Christus ist NICHTS unmöglich. Komm ... und erlebe, was ich erlebt habe. Gott liebt dich so unendlich, dass er seinen einzigen Sohn gab, der für ALLE deine noch so schlimmen Sünden am Kreuz gestorben ist. »Wen der Sohn frei macht, der ist wirklich frei!«
Paul
     
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