Flut in Thailand
Die Wassermassen, die derzeit einen großen Teil von Thailand bedecken, zwangen jetzt auch unser Team zur Evakuierung.
Zwar ist das Zentrum von Bangkok noch nicht so schlimm betroffen, aber der Stadtrand, wo auch die HELP-Drogenrahe ihren Sitz hat, ist doch nun auch überflutet. Wasseranschluss und Strom gibt es schon seit einiger Zeit nicht mehr.
Eine Versorgung ist nicht mehr gewähleistet und auch die Pläne, anderen zu helfen, konnten zum Schluss nicht mehr umgesetzt werden. Solange es möglich war, verteilten die HELP.Mitarbeiter selbstgekochtes Essen an Betroffene.
Jetzt sind sie mit Hilfe von Freunden in ein Gebiet gezogen, von wo aus sie wieder als Helfer tätig werden können.
Aus einer E-Mail von HELP Thailand:
Die letzten Sachen erledigt, ein paar Kleider und Güter eingepackt – nun trennten wir uns von unserem Reha-Gelände. Viele teure Sachen mussten wir zurücklassen. Jetzt hoffen und beten wir, dass nichts passiert, denn - auch Kriminelle nutzen gerade jetzt "die Gunst der Stunde".
Eines der Autos hatten wir leider nicht mehr aus dem nahegelegenen Parkplatz rausbekommen. Das Wasser stand schon zu hoch, um damit noch zu fahren. Wenigstens steht es etwas erhöht. Wiir werden dann sehen, ob es reicht J. Das Wasser dürfte auf unserem Rehagelande mittlerweilen gegen 1.2 – 1.5 m stehen.
Nach zwei Stunden abenteuerlicher Fahrt durch zum Teil brusthohes Wasser (Thaigroesse) kamen wir bei unserer ersten Zwischenstation (einer befreundeten Gemeinde) an und fuhren dann nach weitern Beratungen in der folgenden Nacht weiter.
Rehagelände
Nun sind wir (insgesamt gegen 30 Leute) in Häusern von Freunden auf dem Land untergebracht. Wir haben sozusagen unser eigenes Flüchtings-Camp eingerichtet.
Unser zukünftiger Plan ist es, Lebensmittel, Gemüse, Fleisch, Wasser, Medizin etc. aus ländlichen Gegenden zu kaufen und dieses in Richtung Bangkok oder andere betroffene Gebiete zu bringen.
In Bangkok ist es ja so, dass auch die Versorgungswege für Nachschub zusehends abgeschnitten werden. Lebensmittel in der Stadt werden knapp, Regale wurden leergekauft, Frischwaren können nur schwer nachgeliefert werden, und wenn, dann zu einem horrenden Preis.
Wir werden sehen, wie sich diese und weitere Sachen entwickeln. Wir wollen dran bleiben und der Not, begegnen. Wir beten für ein gutes Gelingen im Organisieren und für die nötigen finanziellen Mittel zum Einkauf von Lebensmittel, Benzin und Spenden von Naturalgaben.
Herzliche Grüße aus Thailand
Rolf Niederer



